Mit dem Motorhome durch Kanada

Geschrieben von Annette Brunschwiler am 04.11.2014 in der Kategorie We love

Wie lang haben wir schon davon geträumt: Wieder einmal mit dem Motorhome – von den Einheimischen liebevoll „RV“ Recreation Vehicle genannt – unterwegs zu sein. Selbst die Kinder, die beim letzten Mal noch ziemlich klein waren, konnten es kaum erwarten.

Endlich war es dann soweit. Nach einem langen Flug und einer Jetlag bedingten kurzen Nacht konnte es losgehen. Bei der Vermietstation von Fraserway in Vancouver war am Morgen alles bestens vorbereitet. Wir erhielten eine persönliche und ausführliche Einführung auf Deutsch und kurz darauf waren wir bereits unterwegs.

Ab nach Whistler

Unser erster Stopp galt dem Supermarkt: Grosseinkauf! Anschliessend liessen wir Vancouver langsam hinter uns und folgten dem Transkanada Highway nach Norden. Das Ziel hiess Whistler – ein Abenteuerspielplatz für Gross und Klein und dies zu jeder Jahreszeit. Wir entschlossen uns auf Grund der hohen Temperaturen am Tag darauf für eine Fahrt mit der spektakulären Peak to Peak Gondola. Diese verbindet die zwei Hausberge Whistler & Blackcomb Mountain miteinander. Erstaunlich: Auch bei 25° Celsius im Schatten auf über 2000 Meter gibt es unentwegt Leute, die Skifahren und ihre Kunststücke auf den diversen Schanzen zeigen. Am Abend gab es dann noch vom Gasgrill ein feines Steak, da offenes Feuer wegen der erhöhten Waldbrandgefahr verboten war.

Durch die Coast Mountains ging es weiter Richtung Cariboo County. Nach einem Weilchen hatten wir unsere erste kurze Begegnung mit einem Bär, der mal kurz die Strassenseite wechselte. Aber so schnell er da war, war er auch wieder verschwunden. Die Landschaft durch das Fraser Valley und weiter durch fruchtbare Hügellandschaft mit riesigen Weideflächen ist sehr abwechslungsreich. Bei Lac La Hache fuhren wir vorsichtig über die ungeteerte Strasse zum idyllischen Spout Lake, wo uns die gastfreundliche Ten-ee-ah Lodge erwartete.

Wir hatten uns für das Camper Package entschieden und kamen damit in den Genuss von feinem Frühstück und Abendessen, sowie der kostenlosen Benutzung von Kanus und Kajaks. Gegen Gebühr kann man auch Reiten oder mit dem Motorboot auf eine einsame Insel zum Picknick. Unseren Kindern gefiel es hier so gut, dass sie gern mehr als 2 Nächte geblieben wären.

Hochlandschaft und Wasserfälle im Wells Gray Provinzpark

Da es aber noch viel zu entdecken gab machten wir uns auf zum Wells Gray Provinzpark. In Clearwater angekommen begaben wir uns ins Visitor Centre. Diese Informationszentren kann ich jedem nur wärmstens empfehlen. Man bekommt hier nebst Broschüren und Karten auch wertvolle Tipps für den einen oder anderen Halt unterwegs. Wir buchten hier direkt unseren Campground im Park. Der Wells Gray ist bekannt für seine schöne Hochlandschaft und die verschiedenen Wasserfälle. Der bekannteste ist der Helmcken Falls, welcher der 7. höchste in ganz Kanada ist. Mein Tipp ist eine kleine Wanderung zu den Moul Falls. Und wenn man nach einer Erfrischung sucht ist der schmale Pfad hinter dem Wasserfall genau das Richtige. Hier bleibt niemand trocken!

Den ursprünglichen Plan ins Okanagan Valley zu fahren warfen wir wegen der Waldbrände in dieser Region über Bord und fuhren direkt nach Revelstoke. Ein Autounfall auf der Strecke bescherte uns eine extra lange Fahr- bzw. Wartezeit (+ 3 Std.). So riefen wir von unterwegs einen schön gelegenen und kinderfreundlichen Campground an und reservierten für die Nacht, auf dass wir nicht erst beim Eindunkeln suchen müssten. Da der Stellplatz leider sehr eng und die sanitären Einrichtungen nicht so sauber wie gewohnt waren, blieben wir nur für eine Nacht. Am folgenden Morgen schauten wir uns noch im Resort-Städtchen Revelstoke um und brachen dann Richtung Golden auf.

Marshmellows am Lagerfeuer

Unterwegs hielten wir unter anderem bei den Canyon Hot Springs und genossen ein wohlig warmes Bad im Wald. Weiter, auf dem Rogers Pass gibt es ein kleines, interessantes Museum zum Glacier Nationalpark zu besuchen (mit dem Nationalpark Pass gratis). In Golden fanden wir einen netten Campground mit herrlicher Sicht über den Ort und die umliegenden Berge. Das Feuerverbot wurde mittlerweile aufgehoben und so konnten wir unser erstes Feuer entfachen. Die Kinder halfen fleissig beim Reisig sammeln und als Belohnung gab es die lang ersehnten Marshmellows. Am folgenden Tag unternahmen wir eine River Rafting Tour auf dem Kicking Horse River – eine toller Spass für Gross und Klein.

Nun hatten wir auch schon unser letztes Etappenziel vor Augen: Banff. Eine schöne Strecke führt durch den Yoho Nationalpark. Unser spezielles Interesse galt dem Emerald Lake – der Marsch rund um den See und ein Picknick an dessen Ufer war unser Vorhaben. Bald darauf erreichten wir die mächtigen Rocky Mountains und den Banff Nationalpark. Hier hatten wir unseren Stellplatz vorreserviert und waren sehr zufrieden mit unserer Wahl (Tunnel Mountain ll, B4). Nach einem letzten, voll mit Aktivitäten gefüllten Tag hiess es langsam die Sachen zu packen.

So verliessen wir die Rockies und fanden uns kurze Zeit später in der Prärie wieder. Schon bald erblickten wir die Silhouette von Calgary, wo wir unser Fahrzeug – wieder top organisiert – zurückgaben. Etwas Wehmut schwebte schon in der Luft, aber unsere Reise ging noch weiter und so freuten wir uns auf das, was noch vor uns lag. Aber, hin und wieder dachten wir abends im Hotelzimmer daran, wie schön es doch war, den „Garten“ grad vor der Türe zu haben…

Annette Brunschwiler
Annette Brunschwiler
am 04.11.2014 in der Kategorie We love

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *