Header_Neu Pin It

Park Güell in Barcelona – mehr als nur ein Park

Ella Schädler

Der Park Güell in Barcelona ist eine wundervolle Gartenanlage, die von 1900 bis 1914 durch Antoni Gaudí erschaffen wurde. Durch ihre Grösse von 17,18 Hektaren bietet sie viel Platz zum Träumen, Wandern, Picknicken oder um sich einfach nur zu erholen.

Vor meiner ersten Reise nach Barcelona hat mir mein Gotti einige Tipps für die Stadt zugesteckt. Sie meinte, der Park Güell wäre ein Must für mich. Zu Beginn hielt sich meine Vorfreude diesbezüglich in Grenzen, da ich mir vorgenommen hatte meine Kurzferien dem Strand und dem Shopping zu widmen. Ich entschloss mich zwar die Sehenswürdigkeit ins Programm aufzunehmen, hatte jedoch, trotz der Begeisterung meines Gottis, keine grossen Erwartungen.

Auf Entdeckungstour

Am geplanten Tag entschieden wir vom Zentrum der Stadt ein Taxi zum Park zu nehmen da unsere Füsse von den Vortagen schon langsam wund waren. Zudem war es heiss, die Temperaturen stiegen über 30 Grad und die Sonne brannte herab. Somit entschlossen wir, dass dies ein perfekter Tag war um im Park etwas Schatten zu suchen.

Beim Park angekommen waren wir zuerst etwas orientierungslos, denn der Taxifahrer fuhr uns nicht zum Haupteingang sondern liess uns bei einem Seiteneingang aussteigen. Nach einer kurzen Phase der Desorientierung fanden wir uns wieder zurecht und machten uns auf Entdeckungstour. Als wir etwas unerwartet vor dem ersten Kunstwerk im Park standen, waren wir auf Anhieb von der natürlichen Art und Weise der Bauten  begeistert. Dies war der Moment als sich unsere „wir schauen mal rein“-Stimmung in staunen verwandelt hatte.

Die Materialien stammen hauptsächlich aus dem Gelände des Parks selbst.

Die Materialien stammen hauptsächlich aus dem Gelände des Parks selbst.

Entstehung

Später erfuhren wir, dass Gaudí bei der Gestaltung des Parks nicht nur auf umweltgerechtes sondern auch kostengünstiges Bauen Wert legte. Er passte seine Pläne dem hügeligen Terrain des Parks an, wodurch er den Eindruck von absoluter Natürlichkeit herüberbrachte. Die eingesetzten Materialien nahm Gaudí hauptsächlich vom Gelände selbst. Die vielen Mosaike entstanden aus Abfällen der nahmen Keramikfabriken.

Im Park Güell befinden sich zahlreiche Mosaike, die mit Liebe zum Detail verarbeiet wurden.

Im Park Güell befinden sich zahlreiche Mosaike, die mit Liebe zum Detail verarbeiet wurden.

Antoni Gaudí hatte den Park als Auftragsarbeit für den Industriellen Eusebi Güell gestaltet. Dieser wollte eine Gartenanlage, die möglichst englisch aussieht. Der Baumeister plante ein Gartenstadt mit über 60 Villen. Leider scheiterte dieses Vorhaben wegen fehlenden finanziellen Mitteln. Es wurden schlussendlich lediglich drei Häuser gebaut: das Wohnhaus der Familie Güell, heute eine Schule, das Wohnhaus Gaudís, heute ein Museum und das Wohnhaus eines befreundeten Architekten, welches noch heute bewohnt ist.

Der Wow-Effekt

Bereits anschliessend an die Besichtigung des ersten Kunstwerkes im Park zog es uns ganz nach oben. Dies muss wohl im Blut von uns Bündnern liegen, denn fast in jeder Stadt zieht es mich an den höchsten Punkt. Dieses Mal nahmen wir uns vor den Blick bis zum Erreichen des Ziels nur „hügelauf“ zu richten um uns von der Aussicht ganz oben zu überraschen. Als wir die Spitze des Park Güells erreichten, traten wir auf einen Kiesplatz mit einigen Sitzmöglichkeiten und einer traumhaften Aussicht auf die ganze Stadt und aufs weite Meer. Der Wow-Effekt ist uns gelungen – wir staunten ein weiteres Mal.

Die Sagrada Família die ebenfalls durch Gaudí erbaute Basilika, welche ein weiteres Highlight der Stadt bildet, ist in ihrer vollen Pracht, eingebettet in der dichten Stadt zu sehen. Wir hatten Glück und waren einige Minuten fast alleine auf der Aussichtsplattform und genossen die Weite und die Ruhe.

Vom höchsten Aussichtspunkt im Park Güell sieht man die Sagrada Família.

Vom höchsten Aussichtspunkt im Park Güell sieht man die Sagrada Família.

Das Herzstück

Als weitere Touristen auf den Platz schritten, entschieden wir uns Richtung Zentrum des Parks, zum La Plaça zu wandern. Jenes Herzstück des Parks, ein 3000 m² großer Terrassenplatz in Form eines Ovals, der zwischen 1907 und 1913 angelegt wurde, zählte viele Touristen. Die Umrandung des Platzes ist wellenförmig, 110 Meter lang und dient als Sitzgelegenheit. Alles ist mit kleinsten Keramik- und Kristallsteinchen überzogen. Die Grundlage der Mosaike ist weiss, gekrönt von einer keramischen Dekoration mit abstrakten Motiven und mit figurativen Elementen wie Tierkreiszeichen, Sternen, Blumen, Fischen und Krebsen. Dies ist ein Bauwerk wurde durch Josep Maria Jujol erstellt.

Ich auf dem La Plaça im Zentrum vom Park Güell.

Ich auf dem La Plaça im Zentrum vom Park Güell.

Idyllische Orte abseits von Touristenströmen

Um der Menschenmenge etwas zu entfliehen und die Zweisamkeit zu geniessen entschlossen wir uns einen ruhigen Ort zu suchen und wurden bald darauf schon fündig. Aus meiner Sicht ist dies ein grosses Plus vom Park. Er erlaubt es einem trotz grossen Touristenströmen Ruhe zu finden und über Gott und die Welt nachzudenken.

Nach einer ca. 1-stündigen Pause inkl. Pick-Nick zogen wir los um den Park via dem offiziellen Eingang zu verlassen. Zwei Pförtnerhäuser mit markanten Dächern, eine große Freitreppe zum Terrassenplatz sowie viele Touristengruppen prägen diesen Ort. Plakaten ist zu entnehmen, dass hier regelmässig kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Seit 1984 gehört der Park Güell neben weiteren Werken Gaudís zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Eingang zum Park Güell.

Der Eingang zum Park Güell.

Nun  – wenn mich heutzutage jemand nach Tipps für Barcelona fragt, mache ich es nicht anders als mein Gotti und schwärme vom Park Güell. Durch die unglaubliche Grösse des Parks ist es durchaus möglich idyllische Plätze zu finden wo Ruhe herrscht. Und nun noch ein letzter Rat: Um dieses Erlebnis auch geniessen zu können und damit die ganzen Eindrücke wirken können, muss man sich genug Zeit einplanen.

Über diesen Artikel

Verfasst am 16.03.2014 Ella Schädler
Veröffentlicht in Kunst & Kultur
Diesen Beitrag kommentieren. Es gibt 4 Kommentare..

Ähnliche Beiträge

4 thoughts on Park Güell in Barcelona – mehr als nur ein Park

    • Hans Fischer am

      Liebe Ella
      Mir erging es genau gleich wie Dir. Zuerst dachte ich auch der Guadi sei ein Spinner, aber nach näherer Besichtigung muss ich sagen das war ein super Genie, denn nur so ist es möglch all die Bauten immer wieder auf eine andere Form zu gestalten. Heute würde er nicht mehr verarmen!!!
      Du hast es genau so beschrieben wie es ist!!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>